Der brasilianische Pianist Ernesto Nazareth (18631934) bevorzugte die leichte Muse und orientierte sich stark an brasilianischer Volksmusik. Seine Tanzmusik war und ist in seiner Heimat außerordentlich populär. Heitor Villa-Lobos, mit dem Nazareth jahrelang im Kino Stummfilme begleitete, nannte ihn die wahre Verkörperung der brasilianischen Seele.
Nazareth schrieb vor allem die in Brasilien sehr verbreitete Choros-Musik, aber auch Tangos Brasileiros, die im Unterschied zu den Choros etwas langsamer gespielt wurden. Beispiele für eine Interpretation der Klavierstücke mit Gitarren sind Pierrot, Cutuba oder das langsamere Nove de Julho, das als Tango Argentino bezeichnet ist.