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Badische Zeitung:

Das Gitarren-Duo Pia Grees und Matthias Kläger Farbreich und feinsinnig

Wo sich mehrere Gitarristen zum Ensemble vereinen, haftet ihrem Zusammenspiel fast notwendig das (Vor-)Urteil gepflegter Langeweile an: Mühsam nur und selten gelingt es zupfenden Duos, Trios oder Quartetten, der eher atmosphärisch wirkenden denn übermäßig substanzvollen Literatur für ihre Formation eigenen Reiz und individuelle Strahlkraft abzugewinnen.

Das Freiburger Gitarrenduo Pia Grees und Matthias Kläger bildet hier, zumal seitdem die spieltechnische Seite ihres gemeinsamen Musizierens sicherer und selbstverständlicher geworden ist, eine enorm erfreuliche Ausnahme: Immer mehr, so scheint es, wachsen die Gitarristen zu einer Gemeinschaft zusammen, bei der persönlicher Ausdruck und strukturelle Durchleuchtung der Musik auf schönste Weise in eins gehen.

Die sensibel austarierte dynamische Gewichtung der beiden Instrumente erwies sich beim Konzert des Duos im Freiburger Kaufhaussaal als seine herrausragende Qualität; dazu machten der wechselseitige Anstoß von Aktion und Reaktion, die exakte Parallelbewegung der beiden Stimmen bei temperamentvollen Forte-Ausbrüchen wie auch farblich fein differenzierter Pianissimi das Zuhören zu einem äußerst lebendigen und kurzweiligen Unterfangen.
Das zwischen Südamerikanischem, Spanischem, englischer Renaissancemusik und zeitgenössischen Kompositionen pendelnde Programm trug ein Übriges dazu bei. Grees/Kläger wurden den unterschiedlichen Ansprüchen der Stücke, von den Werken Thomas Robinsons oder Tobias Humes bis hin zu Perre Petits rasant genommener und in ihren Tempi ungemein variabler Toccata oder Enrique Granados' poetisch-träumerischen, farbreich nachgeformten Valses Poéticos auf sehr feinsinnige Weise gerecht.

Susanne Benda, Badische Zeitung 11.5.1996


Originelle Bearbeitungen

<...> Ein Gitarrenquartett spielte zum Auftakt der Reihe 2001/2002 Werke verschiedener Komponisten, Epochen und Stile. Dave Brubeck neben Benjamin Britten und Bach oder den beiden Zeitgenossen Tscherepnin und Gershwin: eine fesselnde Zusammenstellung, die eine Steigerung erfuhr durch das Gegenüber von Originalliteratur und Bearbeitungen für diese Besetzung.

Dass die Bearbeitungen Ergebnis intensiver Befassung mit den einzelnen Werken und ein schöpferisches Moment der Interpretationen durch die vier Gitarristen an sich waren, wurde im Verlauf des Konzertes deutlich. Man mag die Bearbeitung der Bach-Orgelsonate als bedauerliche Reduzierung empfinden oder die drei Präludien von Gershwin als ungewohnte Minimierung der passagenweise klangmächtigen und entschlossen zu spielenden Klavierversion. Im Gesamten aber erhielten die ins Programm aufgenommenen Bearbeitungen unbedingt ihre Berechtigung, weil sie neben den Originalwerken durch ihre originelle Individualität als eigenständige "Werke" ihre Bedeutung hatten und ein ernstzunehmendes, alternatives und überaus erfreuliches Hörerlebnis gegenüber dem Konventionellen darstellten.

Technische Brillanz, vor allem die differenzierende Anschlagtechnik, expressive Ausdruckskraft und lebendiges Spielen charakterisierten das Spiel der vier Künstler. Pia Grees und Matthias Kläger, die bereits bei Konzerten in St.Michael mitwirkten, Johan Fostier und Luc Vander Borght faszinierten über das musikalische Gestalten hinaus vor allem durch ihr bestechendes Zusammenspiel: Kongruenter und homogener in Technik und Ausdruck ist ein Ensemblespiel fast nicht vorstellbar.

Dass andererseits durchaus Raum zu persönlicher Gestaltung innerhalb des Gesamtergebnisses war, ist das Außergewöhnliche an diesem Quartett und machte für die vielen Zuhörer neben dem musikalischen Hörerlebnis das Erlebnis von anspruchsvoller schöpferischer Interpretation aus. Dies sehr dichte Miterleben-Können des Aktes der Interpretation zeichnet die Konzertreihe vor vielen anderen aus und auch vor diesem Hintergrund war das Gitarrenquartett optimal geeignet, das Jubiläumskonzert zu gestalten.

Hildegard Karig, Badische Zeitung 24.10.2001


CD-Tipp Take Four Guitar Quartet: Vielfältig

Gitarristen verbünden sich gern. Mit gutem Grund: Schließlich verschafft ihnen das die Möglichkeit, die poetischen Qualitäten ihres Instrumentes mit dynamischen und klangfarblichen Möglichkeiten zu verbinden, die eine Gitarre allein niemals erreichen würde.

Dass aus einem derartigen Zusammenschluss derart Gutes und Vielfältiges erwächst wie beim Take Four Guitar Quartet, ist allerdings ungewöhnlich. Dabei haben sich die beiden auch als Duo aktiven Freiburger Gitarristen Pia Grees und Matthias Kläger auf ihrer ersten Quartett-CD (Ars musici 1316-2) gemeinsam mit ihren belgischen Kollegen Johan Fostier und Luc Vander Borght an schwierige Stücke herangewagt: Bearbeitungen sind die Werke (notgedrungen) fast durchwegs, und da es dem Ensemble bei aller Lust an klanglicher Üppigkeit auch um eine große Durchsichtigkeit des Stimmgeflechtes geht, haben sie an der gestalterischen und tonlichen Übereinstimmung bis ins Detail gefeilt.

Heraus kommen faszinierende Beispiele konzentrierter Interpretationskunst von Puccini ("Crisantemi") bis Tscherepnin (10 Bagatellen) und von Britten (Simple Symphony) bis Purcell (Suite aus "The Fairy Queen").

Susanne Benda, Badische Zeitung 8.3.2002

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