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Neue Ruhr Zeitung:

Gitarrenkonzert mit Pia Grees
und Matthias Kläger

Comeback für zwei Gitarren
Pia Grees und Matthias Kläger im Saalbau

Ein "Comeback" feierte die Konzertgitarristin Pia Grees im Saalbau: Die gebürtige Essenerin war zusammen mit Matthias Kläger aus Freiburg angereist und bot dem "heimatlichen" Publikum ein überaus spannendes Duo-Programm. Kaum zu glauben, welche Lebendigkeit ein Gitarrenduo ausstrahlen kann, wenn atemberaubende Technik und einfühlsames Gestalten zusammenkommen.

Bei Pia Grees und Matthias Kläger vergaß man völlig jene Aura, die dem Gitarrespiel oft anhängt: Die des akkordbegleitenden Klampfens zum Liedgesang. Hier ging es um Konzertieren im besten Sinne. Und das hieß Zwiegespräch und Überraschung, Witz und Strenge, ein Schaffen von Atmosphären, die ungewöhnliche Suggestion besaßen. So in der Gitarrenadaption von Franz Schuberts Streichquartett a-moll, wo man plötzlich ein Streicher-Tremolo zu hören glaubte, hervorgerufen durch besondere Spielweisen der Gitarre. Jedoch waren nicht solche Kunst-Stückchen das eigentliche Thema des Abends. Fernando Sors "Divertissement" etwa glänzte durch mühelose Lautstärken- und Tempowechsel, die das Duo wie aus einem Guß bewerkstelligte. Und in Pierre Petits "Toccata" wurden Kontraste deutlich, die zwischen laut und leise, rhythmisch Strengem und quasi frei Improvisiertem eine reiche Farbpalette der beiden Musiker erkennen ließen.

Nach der Pause wurde es stimmungsvoller. Astor Piazzollas "Tango-Suite" lebte vom virtuosen Unisono-Spiel der Interpreten ebenso wie vom melancholischen Grund-Ton, und César Francks "Prélude, Fugue et Variation" wirkte in der Gitarrenfassung womöglich noch anrührender als das Originalwerk für Orgel. Bei den rhythmisch vertrackten Stücken von Radamés Gnáttali schließlich wurde es spätestens klar: Dieses Gitarrenduo ist "mit allen Wassern gewaschen" und verdient seine überregionale Anerkennung allemal.

Hanno Siepmann, Neue Ruhr Zeitung 3.4.1992

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