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Schwäbische Zeitung:
Gitarrenspiel par excellence im Sigmaringer Hofgarten
Was das Musikerehepaar Pia Grees und Matthias Kläger bot, war höchste Spielkunst. Im klassizistischen Fürst-Leopold-Saal der Hofgartenanlage Sigmaringen konnten zahlreiche Besucher erleben, wie farbig und vielseitig eine Gitarre gespielt werden kann.
Beim Durchlesen des künstlerischen Werdegangs von Pia Grees und Matthias Kläger, beide Preisträger internationaler Wettbewerbe, kam die hohe Professionalität dieses Musikerehepaars deutlich zutage.
Ihr Programm beinhaltete hauptsächlich Originalkompositionen der Renaissance und der Neuzeit. Mit der außerordentlich virtuosen Spielkunst der Renaissance, die von den Interpreten meisterliche Fingerfertigkeit abverlangte, boten Pia Grees und Matthias Kläger gleich zu Beginn des Abends ein faszinierendes Exempel des klassischen Gitarrenspiels. Die drei tänzerisch anmutenden Stücke "A Fantasie", "A Plaine Song" und "A Toy" von Thomas Robinson bestachen mit einer Fülle von Kaskaden und ausgefeiltem Fingerschlag.
Zeitgenössische Tonkunst war angesagt mit Maurice Ohanas "Anonnyme XXe Siècle". Hier überraschten dichte Klangkollagen, die eine akkordisch excellente Grifftechnik offenbarte.
Mit Orlando Gibbons Pavan & Galliard "Lord Salisbury", zwei an Lautenmusik erinnernde Tanzsätze bezauberte die sehr feine, silbrige Tongebung, die sowohl der bedächtigen Pavan wie auch der beschwingten Galliard eine klare Sprache verlieh.
Die vielschichtige Farbigkeit, die große Bandbreite der Ausdrucksmöglichkeiten des Zupf- und Schlaginstruments Gitarre erfuhren die Zuhörer beeindruckend bei den Sätzen "Menuet", "Fugue" und "Forlane" aus "Le Tombeau de Couperin" von Maurice Ravel. Dieses Werk, ursprünglich für Klavier komponiert, entfaltete in der Fassung für Gitarre einen eigentümlichen Reiz.
Die "Tarentelle" von Pierre Petit, ein schneller italienischer Tanz, überzeugte mit seiner temperamentvollen Volkstümlichkeit.
Mit einem sehr anspruchsvollen Zyklus des Franzosen André Jolivet präsentierten die Künstler ihre perfekte, brillante Gestaltungskraft. Akkordisch dichte und virtuos filigrane Elemente vermittelten in schnellen Wechseln eine starke Lebendigkeit. Das Einbeziehen der Gitarre als Perkussionsinstrument verstärkte diesen Eindruck.
Die lyrischen "Valses Poéticos" von Enrique Granados in der Bearbeitung der Interpreten beschlossen sehr stimmungsvoll dieses erlebnisreiche Konzert.
Gitarre par excellence - für Kenner und Liebhaber anspruchsvoller
Gitarrenmusik war die Begegnung mit Pia Grees und Matthias Kläger sicherlich eine bereichernde Erfahrung. Davon zeugte auch der lange, begeisterte Applaus.
Angelika Arzt, Schwäbische Zeitung 30.9.1997
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