|
|
Westdeutsche Allgemeine Zeitung:
Gitarrenkonzert mit Pia Grees
und Matthias Kläger
Gitarrenduo mit dem Geist der Poesie
Saison-Start im Bürgermeisterhaus Werden
Zarte Gitarrenmusik zur Eröffnung der Konzertsaison im Werdener Bürgermeisterhaus. Pia-Maria Grees und Matthias Kläger, die sich 1989 zum Duo zusammentaten und demnächst ihre zweite Compact-Disc produzieren, boten den zahlreich erschienenen Musikfreunden ein vielseitiges, anspruchsvolles Programm.
Was die beiden jungen Künstler vor allem auszechnet, ist der expressive Zugriff und der poetische Geist, mit dem sie sich - solistisch oder gemeinsam - ihrer Literatur nähern. Pia-Maria Grees mag dabei in puncto technischer Brillanz gewiß noch zulegen. Überzeugend indes war die musikalische Beredsamkeit und sensible Gestaltungsfähigkeit, die sie in einer Suite des englischen Renaissance-Meisters John Dowland bewies. Nicht anders bei Benjamin Brittens diffizilem Nocturnal op.70, das freilich am stärksten unter den Nervositäten der Gitarristin zu leiden hatte.
Matthias Kläger ging da mit ruhigerem Blut zur Sache. Für das Andante und Allegro aus der 2. Violinsonate BWV 1003 von Bach fand er die nötige attitüdenfreie Klarheit der Diktion, fließende Bewegung, für die "Rossiniana" Nr. 1 op.119 von Mauro Giuliani den rechten erzählerischen Ton wie kantablen Schmelz. Daß sie inzwischen beachtliches Ensemblegefühl und innere musikalische Harmonie entwickelt haben, zeigt ihre gemeinsame Diffenrenzierungskunst in Dynamik- und Temponuancierung. Nicht nur in einer stimmungsreich aufgefächerten Toccata von Pierre Petit, sondern ebenso in E. Granados´ "Poetischen Walzern", hübschen Charakterminiaturen, die sie selbst für Gitarrenduo umgeschrieben haben. Ein aufstrebendes Künstlerpaar.
Klaus Albrecht, Westdeutsche Allgemeine Zeitung 30.8.1993
zurück zur Presse-Übersicht
|